DEPOTKUNST ans LICHT 2026
vom Suchen und Finden
Rückkehr bedeutsamer Kunstwerke in das Bildgedächtnis der Stadt Jena
Besondere Stadtansichten: Zwei bedeutende Jena-Gemälde kommen ans Licht
Zwei außergewöhnliche Kunstwerke mit unterschiedlichen Blicken auf die Stadt Jena des Dresdner Malers Günter Tiedeken stehen im Mittelpunkt einer neuen Initiative des Fördervereins "Ein Kunsthaus für Jena e.V.".
Bis heute blieben diese bedeutenden Zeugnisse Jenaer Kunst- und Stadtgeschichte weitgehend verborgen. Genau hier setzt die Veranstaltungsreihe „Depotkunst ans Licht 2026“ an und lädt alle Interessierten sehr herzlich ein, gemeinsam ein Stück kulturelles Erbe zurück ins Kunstgedächtnis der Stadt zu holen.
Die bislang kaum zugänglichen Werke wurden der Öffentlichkeit vorgestellt, auch wenn sie ihren momentanen Aufenthaltsort nicht verlassen können.
Dass sich je eines dieser beiden großformatigen Gemälde heute im Bestand der städtischen Kunstsammlungen, als auch der Kunstsammlung der FSU Jena befinden, ist nicht nur dem Künstler selbst zu verdanken. Auch der Jenaer Künstler Hans Lasko sowie engagierte Menschen während der Wendezeit trugen entscheidend dazu bei, die Werke zu sichern.
Der Ursprung der Bilder reicht zurück ins Jahr 1970: In einer schwierigen Lebensphase erhielt der Maler Günter Tiedeken durch Vermittlung von Hans Lasko einen Auftrag des Rates der Stadt Jena. Entstehen sollten zwei großformatige Ölbilder, die das „neue“ und das „landschaftliche“ Jena thematisieren – zwischen sozialistischem Stadtumbau und charakteristischer Saaleaue.
Für Tiedeken bedeutete dieser Auftrag gleichermaßen Chance und Herausforderung. Bis dahin vor allem als Aquarellist tätig, wagte er sich an die monumentale Umsetzung seiner Motive. Seine Arbeitsweise beschrieb er später als intensiven Prozess des „Herausdestillierens“ von Formen – geprägt von einem tiefen, fast körperlichen Erleben der Umgebung.
Entstanden sind die Werke teilweise unter freiem Himmel: Mit Fahrrad, Anhänger und Staffelei pendelte Tiedeken zwischen Atelier im Volkshaus und seinem gewählten Standort in der Stadt. Dort entwickelte er seine charakteristischen Gesamtansichten, inspiriert unter anderem von den expressiven Stadtbildern Oskar Kokoschkas.
Die beiden Gemälde können als künstlerische Zwillinge verstanden werden – von einer Hand geschaffen, über lange Zeit getrennt und nun wieder zusammengefunden.
Die Wiederentdeckung dieser Werke verspricht nicht nur einen neuen Blick auf Jena, sondern auch eine spannende Geschichte über Kunst, Engagement und das Zusammenspiel von Zufall und Unterstützung.









